Fahrzeugbesichtigung bei Geevers-Classic in Holland
Thursday, January 12, 2006 (10:13:38)

Posted by JJ

Geevers-Classic

Ein Bericht von JJ und Matimnet


Nachdem im Forum in letzter Zeit hin und wieder mal der Name Geevers-Classic aufgetaucht war, begannen wir uns für diesen Händler zu interessieren.
Nach kurzer Recherche fanden wir heraus, dass sich dahinter ein holländischer Händler für klassische Mustangs befindet.

Nach Rücksprache mit unserem holländischen user Unit175, dem dieser Händler bekannt war, wurde der erste Kontakt hergestellt.
Da der Anfahrtsweg innerhalb Hollands ein wenig, wie soll man sagen, kompliziert ist, war Unit-175 bereit uns zu diesem Treffen zu begleiten und, falls notwendig, die entsprechenden Übersetzungen zu übernehmen.

Am Donnerstag den 05.01.06 gings los. Wir trafen uns mit Unit175 kurz hinter Venlo auf dem Parkplatz eines Hotels, wechselten den Wagen und fanden dann schnell mittels Navi den Weg zu Geevers-Classics.

Das Navi braucht man dann auch, da es, auch vor dem Haus keinerlei Hinweise auf ein Geschäft gibt. Das einzige Erkennungsmerkmal war ein geparkter 2000er GT vor dem Haus.

Kein Hinweis, kein Schild, nichts.

Am Ziel Angekommen ist von Außen nichts zu erkennen das hier Mustangs Verkauf werden.

Nachdem wir an der Tür bemerkbar gemacht hatten, wurden wir von der Familie Geevers sehr freundlich empfangen und erst einmal zu einem Kaffee in den Esszimmerbereich eingeladen. Für Unit175 und Matimnet gab es Kaffee, JJ wollte nichts.
Verwunderlich, da er eigentlich immer Kaffee trinkt.
Die asketische Verweigerung der wirklich leckeren Kaffee´s kann man sich eigentlich nur damit erklären, daß keine Kinderriegel auf den Tisch standen.
OK, da fehlte was aber woher sollten die das denn wissen?

Unit175 hat´s dann aufgeklärt und sie gelobten Besserung.

Am Tisch mit Mutter, Vater und Sohn Danny stellte sich dann heraus, dass sich die ganze Familie mit Oldtimern beschäftigt.

Der Vater ist schon etliche Jahre im Geschäft mit Mercedes Oldtimern, vorzugsweise Pagoden SL und anderer Typen dieser Baujahre.



Mit einem kurzen Verweis auf ein kleines Gebäude im Garten, dass den Ausstellungsraum darstellen sollte, starteten wir zu der eigentlichen Besichtigung. Auf dem Weg zum „Ausstellungsraum“ sahen wir uns kurz an.
Was soll denn da an Autos reinpassen? 2 oder 3 Mustangs und fertig. Also wieder so eine kleine Klitsche, die mit ein paar Mustangs handelt und sich an dem momentan großen Geschäft zu beteiligen.

Das Urteil war im Vorfeld gefallen.

Was dann kam, hat uns fast von Hocker gehauen.
Der Ausstellungsraum war nämlich vom Vater Geevers und beinhaltete mal eben acht 230er und 280er SL (US-Typ) aus den 60ern, einen 170 V und zwei weitere SE Cabrios. Alle mindestens im Zustand 2+ bis 1, wobei an einem SE zur Zeit noch gearbeitet wurde.






WOW, nicht schlecht aber wo waren die Mustangs ?

JJ scharrte mit den Füßen.

Wo sind die Autos ?

Dann wurden wir darauf hingewiesen, dass die anderen Autos in einer Scheune und die Ecke stehen.

Also nichts wie ins Auto und dahin.


Am Ziel unserer Ausfahrt angekommen warteten wir geduldig, dass sich die heiligen Hallen endlich öffnen würden um die Mustangs zu besichtigen.
Das Tor ging auf und.......
Wieder keine Mustangs.

Dafür aber mal eben 30 in Worten –DREIßIG- Vollrestaurierte Pagoden in Reih und Glied.








Soviel hat nicht einmal Mercedes im Museum stehen.

Wer also zusätzlich Interesse an klassischen Mercedes hat, sollte sich einmal mit Vater Geevers auseinandersetzen.
Der hat natürlich eine eigene Internetseite, die wir euch nicht vorenthalten wollen http://www.geevers.nl

Danach, sichtlich überwältigt, gings noch mal ins Auto, um ein paar Ecken und wir hielten vor einem Glasgewächshaus. Einem ehemaligen Blumenzuchtbetrieb.
Und was soll man anderes machen mit einem Gewächshaus , was man gerade über hat als Mustangs reinstellen.

Danny Geevers entschuldigte sich im Vorfeld mehrfach für das schlechte Ambiente in dem seine Autos stehen. Das wäre nicht so schön, nicht angebracht usw.
Mit einem kurzen Hinweis er solle mal in unsere schwarze, dunkele kleine Hinterhofwerkstatt (Insiderwitz) kommen, wogegen das hier eher dem Sonnenpalast ähneln würde gingen wir dann in den „Ausstellungsraum“ von Sohn Danny Geevers.


In der Halle befanden sich auf der rechten Seite etwa 15 Fastbacks und Cabrios der Baujahre 1964 ½ bis 1967. (Auf der anderen Seite der Halle hortet Vater Geevers gerade etwa 20 Mercedes T-Modelle, na klar, was sonst) uns wunderte nichts mehr.






Direkt am Anfang sahen wir ein creme-weißes 65er Cabrio in unberührten Originalzustand mit allen Optionen, welches wir sofort zu unserem Liebling erklärten. Nicht optimal mit ein paar kleine Macken (verschlissener Teppich, gerissene Nähte an den Sitzen)



aber wirklich schön für 18500,-€

Direkt daneben stand ein 65er Fastback in poppy-red mit typischer US-Lackierung, dafür aber in wirklich gutem Zustand (Innen top) für 18500,- €. Bedenkt man die derzeitige Preisentwicklung eigentlich schon fast ein Schnäppchen. Das war dann auch sofort der Favorit von Matimnet






Daneben noch ein Highlight, ein 66er Fastback GT in Top Lack und Zustand



Für 25500,- € zu haben.

Eigentlich war in Gegensatz zum 65er nur der Lack mit 2000er Schleifpapier geschliffen und poliert aber das Auge isst eben mit.
Dahinter stand ein 64 ½ Cabrio in rot, der im ersten Moment von der Qualität ein wenig zu Wünschen offen ließ, dafür jedoch alle Optionen hatte. Der ehemals weiße Originallack kann an einigen Ecken durch, in der Fahrertür befanden sich 2 zu beseitigende Beulen. Als gute Resto-basis für 19500,- € zu verkaufen.









In weiteren Reihen befanden sich dann noch ein 65er Cabrio, dark moss green mit 351er Maschine, die da jedoch einige Platzprobleme hatte und derzeit die Überlegung ansteht ihm wieder einen 289er einzubauen.



Ein weißes 67er Cabrio mit diversen Mängelstellen aber sicher eine gute Resto-basis mit gutem Boden









direkt daneben ein Hertz- clon für etwa 33500,-€ zu verkaufen



Von diesen Shelby GT 350 Clonen hat er übrigens noch 2 weitere in Weiß dort stehen, sowie einen wirklich schönen 65 GT Fastback.










Einziges Manko war eigentlich der hier



Ein 67er Fastback, den JJ mit seinen geübten Augen gegenüber Danny Greeven sofort als Schrott bezeichnete.
Nach näherem Hinsehen








lag er damit richtig. Der äußere Eindruck mit dem angespachtelten Heckspoiler a la Shelby ließ doch einiges zu wünschen übrig. Das Auto hatte neue Seitenteile bekommen, die jedoch –US-typisch- 5cm von der Kotflügeloberkante eingesetzt wurden. Dies führt zu Verzug in den Seitenteilen, wenn man´s falsch macht. Zudem wurden die Schweißnähte nicht gegen Rost geschützt, Diese Schweißpunkte rosten wieder und dem Nahtverlauf nach gibt’s überall Buckel wo der Lack wieder hochkommt.







Die Innenausstattung ist ebenfalls ziemlich heruntergeritten, der Unterboden übelst repariert, der Heizungskühler undicht). Eben typisch Ami-arbeit. Hauptsache das hält irgendwie. Das die Rostschutz nichts halten erleben wir ja täglich. Da werden frisch eingesetzte Bleche nicht einmal mit Lack überzogen, sondern einfach sich selbst und der Umwelt überlassen.
Zu Gute kommt diesem Auto, das mal eben für 18750,-€ angeboten wird, dass es sich möglicherweise um einen originalen GT handelt, zu erkennen an den Optionen und dem leider durch einen überdimensional großen Hurst-shifter verunstalteten Innenraum.

Als Ausgleich steht direkt daneben ebenfalls ein 67er Fastback in wirklich gutem Zustand. Relativ gut lackiert mit sehr gutem Boden und frischer Innenausstattung.
Allerdings auch für schlappe 24000,-€ abzugeben.









Nun wurde es auch Zeit uns wieder von Geevers -Classic zu verabschieden.
Bei 3 Portionen Frikandel und Pommes Spezial (Ketchup, Mayo und Zwiebeln) ließen Unit175, JJ (der isst sowas wirklich, nicht nur Kinderriegel) und Matimnet den Besuch noch einmal Revue passieren.

Fazit des Ausflugs:
Ein wirklich netter Händler, der zu jeden Fahrzeug etwas zu erzählen hat ohne dabei aufdringlich zu sein oder versucht einem ein Auto schönzureden.
Nach eigener Aussage verkauft er mittlerweile etwa 240 Mustangs im Jahr und das vorzugsweise nach Deutschland und Skandinavien. Alleine diese Zahl bestätigt leider mal wieder die, unserer Ansicht nach etwas überzogenen Preise für diese Autos.
Der derzeitig preislich überzogenen Markt wird wohl auch dafür sorgen, dass der, unserer Ansicht nach schrottige, 67er ebenfalls ohne Probleme für den aufgerufenen Preis verkauft werden wird.
Wir können für den Suchenden eigentlich nur empfehlen dort einmal vorbeizuschauen, alleine um sich die Vielfalt der verschiedenen Fahrzeuge anzusehen und sich einen Eindruck über die derzeit verlangten Preise und die dafür zu erhaltene Qualität zu machen.

Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Auf seiner Webseite könnt ihr Kontakt mit ihm herstellen.
Am besten vorher Kontakt aufnehmen um ein Besichtigungstermin vereinbaren.
http://www.geevers-classics.nl

Ob die aufgerufenen Preise dann vor Ort noch verhandelbar sind, können wir nicht beurteilen aber im Grunde kann man ja über alles reden.
Und wer geschickt verhandelt .......

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